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Ringen und Raufen im Kindergarten - Bewegungserlebnis pur |
Die große Frage: Warum Ringen und Raufen im Kindergarten?
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Da wird sich so mancher fragen: “ Wie, sollen die Kinder schon im Kindergarten gegeneinander kämpfen lernen?” oder ” Die Kinder sind ja schon so nicht zu bändigen, und dann sollen sie noch zum
Kämpfen aufgefordert werden? oder “Mit wieviel blaue Flecken soll mein Kind denn nun nach hause kommen”. Nein, so sehen ganz sicher nicht die Ziele des Ringens und Raufens im Kindergarten aus.
Da soll vielmehr das Miteinander, eine faire Auseinandersetzung untereinander, Regelverständnis und der Spaß an der gemeinsamen Bewegung in der Gemeinschaft gefördert werden. Die
einzelnen Kinder werden neben vielen wichtigen körperlichen Erfahrungen (Motorik, Beweglichkeit, Kraftdosierung bzw- einsatz) auch Erfahrung machen wie Mut, Rücksichtnahme,
Regelverständnis und dass sie etwas Bewegen können. Und im übrigen, beim Ringen und Raufen gibt es sicher nicht mehr blaue Flecken wie bei anderen Bewegungsspielen |
Fair-Play-Regeln erarbeiten
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Wichtig ist das Erarbeiten von einigen Grundregeln: 1. Fair Kämpfen: Handlungen, die Schmerzen hervorrufen (also treten, kratzen,
beißen, würgen, Gelenke verdrehen und ins Gesicht fassen
sind verboten 2. Startregel:
Der Start ist grundsätzlich zu regeln.
z.B bei zwei Kindern sagen Beide “Achtung fertig los”
z B bei Dreiergruppen sagt der Schiedsrichter “ Fertig los”
3. Stoppregel: Bei Stopp oder abklopfen ist die Handlung sofort zu unterbrechen 4. Ruheinsel: Für die Ruheinsel können sich die Kinder selber melden.
Ebenso kann auch der Erzieher ein Kind zum “Abkühlen” dort
einen Platz geben.
Am besten melden sich die Kinder nach der Regeneration selber
zurück. |
Allgemeine Hilfen zur Gestaltung einer Sportstunde |
Stundenablauf: Miteinander aufwärmen - Ringen und Raufen - Entspannen Bevor die Kinder miteinander raufen, ist ein dosiertes Hinführen zu Zweikampfspielen erforderlich. Sinnvoll
sind da vor allen Dingen Vertrauensübungen und Partnerübungen, die einen Kontakt mit einen Partner erfordern. Beim Ringen und Raufen sollte die Intensität des Kontaktes langsam gesteigert werden.
Von Spielen in der Gruppe (In den Brunnengefallen) über Kämpfen um Gegenständen (Kampf um den Ball) bis hin zu direkten Zweikämpfen ( Dem Partner auf den Rücken Drehen) Nach der
körperlichen Anspannung tut den Kindern ein Abschluß mit kleinen Entspannungsübungen sichtlich gut. Oft forden sie dann die Entspannung an Ende der Stunde auch regelrecht ein. |
Stundenbeispiele |
Da es den Kindern Spaß macht, wenn die Stunden einem Thema oder einer Geschichte zugeordnet werden, folgen hier demnächst einige Stundenbeispiele . |
1. Die Titanic - Teil 1 Mehr unter “Beispiele zu Kita-Ringen” |
2. Titanic -Teil 2 (in Planung)
?? was bringt der nächste Tag???
MC Donald, Hängematte, Rettungsboot, Kampf um die Insel |
3. Alles Rund um den Ball Zweikämpfe um Gegenstände : Diebische Elster Kuckuckspiel Piratenschatz |
Auf dem Bauernhof : Habicht und Henne, Schaf und Wolf , den Brunnen gefallen |
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Sammlung einzelner Elememte zum Ringen und Raufen im Kindergarten |
Eine tolle Erleichterung ist es auch, wenn sie eine Sammlung von Spielen, Übüngen und Zweikampfspielen anlegen und sie laufend ergänzen. Besonders haben sich da die
Laminatvorlagen A4 mit einfachen Bildern und Erklärungen bewährt. Beispiele: Kuckuck-Spiel Diebische Elster Bärenhöhle |
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Hauen, Ringen, Kräfte messen…muss das denn sein? Vortrag in Ev. Laurentius-Kindergarten in Achim bei Bremen am 19.Nov. 2009 |
Über dieses Thema referierte Herr Armin H. Klein (Diplom-Sozialpädagoge/Sozialarbeiter, European Certificate of Psychotherapie
(EAP) mit viel Humor im Ev. Laurentius-Kindergarten Achim. Er ist Trainer für initiatische Männerarbeit und gibt Seminare in der Volkshochschule Bremen.Eltern stehen aggressivem Verhalten von Jungen oft
hilflos gegenüber. Jungen, die in Konfliktsituationen Gewalt anwenden, andere Kinder bedrohen, schlagen oder auch verbal attackieren, stellen erzieherisches Handeln Erwachsener auf eine harte Probe. Herr
Klein begann damit, dass er erklärte, dass Jungen und Mädchen sich zuerst gleich entwickeln, später aber die Jungen sich schon im Mutterleib verändern, Mädchen nicht. Ausgangspunkt ist die anfängliche
Symbiose – das Einssein – des Säuglings mit der Mutter. Der Junge muss im Gegensatz zum Mädchen seine Andersartigkeit der Mutter gegenüber feststellen. Das Mädchen sagt: “Ich bin wie Mama“ (=Identifikation).
Der Junge sagt: “Ich bin nicht wie Mama.“ Die Herauslösung aus der Symbiose mit der Mutter beginnt ab dem 10. Monat. Bis dahin kann der Säugling noch nicht zwischen sich selbst und der Mutter unterscheiden.
Für die Jungen gibt es dann einen Identitätsbruch. Die neue Identität muss vom kleinen Jungen erst mühsam erworben werden. Später bemühen sich die Mädchen um soziale Akzeptanz im Sinne von Beliebtheit, für
die Jungen spielt der Aufstieg in der Gruppenhierarchie durch bestimmte Fertigkeiten (z.B. sportliche Leistungen) eine große Rolle. Jungen stehen in ständiger Konkurrenz zueinander (wer ist der Größte,
Schnellste…). Sie wollen Anerkennung, die sie durch das Erbringen von Leistung erhalten. Der Einsatz von körperlicher Kraft ist bei Jungen sehr beliebt. Um nun Streit oder Kämpfe zu verhindern, tendieren
wir Erwachsenen zur Vermeidung der meisten Auseinandersetzungen. Dass Streit und Auseinandersetzung sowohl für das soziale Klima in einer Gruppe als auch zwischen zwei Personen produktiv sein kann und
klärende Funktion hat, gerät leicht in Vergessenheit. Jungen müssen lernen, mit anderen zu kommunizieren. Es geht darum, Konflikte zu lösen, nicht ihnen auszuweichen. Um Jungen beim Erwerb der sozialen
Kompetenzen behilflich zu sein, wenn sie zwischen machtvollem Handeln und Machtmissbrauch, zwischen engagiertem, aggressivem oder gewalttätigem Handeln unterscheiden sollen, heißt auch Streitigkeiten nicht
„im Keim ersticken“. Die Abgrenzung von akzeptablem Körpereinsatz und inakzeptabler Grenzverletzung kann im Spiel sowie bei Auseinandersetzungen von Jungen gelernt werden (z.B. durch Kampfspiele oder Ringen
mit Regeln und Grenzen). Herr Klein betonte, dass Raufen für Jungen unbedingt notwendig ist, da sie dadurch soziale Verhaltensweisen erlernen. Sie müssen ihre Erfahrungen mit dem Raum um sie herum mit
männlicher Wucht machen können. Wenn das blockiert wird, wird die kognitive und soziale Entwicklung gehemmt. Der Elternabend war gut besucht, Armin H. Klein gab zu dem Thema humorvolle Denkanstöße und nach
dem Ende des Vortrags wurde in kleinen Gruppen noch eifrig über das Thema diskutiert. Es war ein sehr interessanter Abend mit einem anspruchsvollen Thema und das Kindergarten-Team möchte Herrn Klein zum
Thema „Müssen Jungen immer Schwerter bauen?“ im nächsten Jahr einladen.
Hier
geht es zur Homepage des Kindergartens |
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